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Zwar ist das Berufsfeld der Datenjournalisten mit einigen lobenswerten Ausnahmen in Deutschland noch nicht wirklich ausgeprägt, dennoch hört und liest man immer wieder viel von “Open Data” (“offene Daten”). Doch, was genau sind das, diese offenen Daten? Eine Erklärung.
Nicht nur die fortschrittlichen Datenjournalisten, sondern auch die klassischen (Lokal-)Journalisten und Medienmacher brauchen Daten und Statistiken. Entweder, um Texte und/oder Meinungen zu belegen, oder um Zusammenhänge vereinfacht und mit Beispielen darzustellen.
Nun stehen viele dieser Journalisten schon vor einer großen Herausforderung. Gerade im lokalen Journalismus ist es nicht immer einfach, sich durch meist schwach ausgebaute Internetpräsenzen von Behörden zu wurschteln, Datensätze zu finden und vor allem die zugehörigen Lizenzen. Denn im Kern geht es bei Open Data darum, dass der Journalist oder der Interessent einfach und kostengünstig an Daten kommt und diese dann dank offener Lizenzen weiterverwenden, vermischen und publizieren darf.
Eine Tabelle, die beispielsweise die Wetterdaten einer Stadt zusammenfasst, sollte also frei zugänglich auf der Internetseite der Stadt zu finden, von dort ohne Probleme downloadbar sein und gleichzeitig die Erlaubnis enthalten, sie weiterverwenden zu dürfen. Falls die gesuchten Daten nicht online stehen, sollten die Beamten auf Nachfragen optimalerweise offen reagieren und gemäß § 10 des Informationsfreiheitsgesetzes bei einfachen Anfragen keine und bei aufwendigeren Recherchen angemessene Gebühren verlangen.
Außerdem wäre es von Vorteil, wenn die Daten, z.B. von Verwaltungen, in einem maschinenlesbaren Format vorliegen würden. Optimal wäre es, wenn Excel-Tabellen zum Download angeboten würden. Damit kann der Datenjournalist am meisten anfangen. PDFs sind auch noch in Ordnung, da sie relativ einfach konvertiert werden können. Unmöglich wird die Konvertierung aber bei engescannten Dokumenten – ein absolutes No-Go und damit ein K.O.-Kriterium für offene Daten. Mit eingescannten und als PDF wieder downloadbaren Dokumenten kann der “normale” Journalist zwar genauso gut arbeiten und seine Artikel belegen wie mit der maschinenlesbaren Tabelle, für den Datenjournalisten sind diese Datenpakete – insofern sie eine gewisse Größe haben – aber praktisch unbrauchbar.
Open Data bedeutet aber nicht nur, dass Menschen sich an den Daten ohne Probleme bedienen können. Sie sollten auch möglichst vielfältig daran mitarbeiten können. Niemand darf lauf Open-Source-Definition ausgeschloßen werden, zur Sammlung beizutragen. Das ist aus behördlicher Sicht kaum umsetzbar und auch gut so. Andere Großprojekte hingegen haben eindrucksvoll bewiesen, dass Kolaborationen oder Crowdsourcing durchaus gut funktioniert, da sich in Zeiten des Internets meist eine große “Schwarminzelligenz” findet, die Daten im großen Stile zusammentragen kann.
Fassen wir zusammen: Open Data bedeutet im Kern, dass Datensätze, Werke und Tabellen frei verfügbar und maschinenlesbar sind, die Kosten die Nutzung nicht verhindern, die breite Masse daran arbeiten kann und einfache Lizenzen dazu berechtigen, damit weiterzuarbeiten.
Wünschenswert wäre, wenn sich das Open Data-Angebot in Deutschland weiter ausbaut und mehr Menschen die freie Nutzung der Daten fordern würde. Ein tolles Projekt, das hier nicht unerwähnt bleiben sollte, ist das von der Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. betreute Portal FragdenStaat.de, das es erlaubt, bereits beantwortete Anfragen einzusehen oder selbst (sehr simpel und unbürokratisch) eine neue Anfrage zu stellen.
Die wichtigsten 11 Punkte einer guten Definition von OpenDefinition.org:
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» offener, kostengünstiger Zugang
» keine hindernden Lizenzen bei der Weiterverbreitung
» Modifizierungen müssen bei der Nachnutzung erlaubt sein
» offene Datenformate verhindern technische Einschränkungen
» Namesnennung ist in Ordnung, aber darf kein Hindernis darstellen
» Wenn gewünscht muss das neue Werk einen neuen Namen tragen
» Keine Diskriminierung: Jeder hat das Recht, Daten einzuspeisen
» Das Werk muss für jeglichen Einsatzzweck verfügbar sein
» Lizenzvergabe an alle Empfangenden ohne zusätzliche Bedingungen
» Die Lizenz darf keine anderen Werke auf demselben Medium betreffen
» Die Lizenz darf nicht an spezifische Lizenzen gebunden sein
Definition “offenes Wissen” | Open-Source-Definition | Bild: Gerd Altmann / pixelio (gil)
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